Wann macht eine Mediation keinen Sinn? Grenzen der Verständigung

Wann macht eine Mediation keinen Sinn Ausschlusskriterien Augsburg Hirnich + Peter

Mediation ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Es gibt Situationen, in denen der Versuch einer gütlichen Einigung nicht nur zum Scheitern verurteilt ist, sondern auch Gefahren birgt. Wer die Grenzen der Mediation kennt, spart nicht nur Zeit und Geld, sondern schützt sich auch vor faulen Kompromissen in festgefahrenen Lagen. Es gibt klare Ausschlusskriterien, bei denen der Gang zum Gericht oder zu anderen staatlichen Schutzinstanzen unumgänglich ist.

Klare Stoppschilder: Gewalt und Machtmissbrauch

Eine Mediation setzt voraus, dass die Parteien auf Augenhöhe verhandeln können. Wenn dieses Fundament fehlt, macht das Verfahren keinen Sinn.

  • Straftaten: Liegen kriminelle Handlungen vor, ist der Rechtsweg zwingend und eine private Vermittlung fehl am Platz.
  • Häusliche Gewalt und Missbrauch: Bei physischer oder psychischer Gewalt ist die Sicherheit der Opfer gefährdet; hier ist professioneller Schutz durch Gerichte notwendig, nicht ein kooperatives Gespräch.
  • Extremes Machtungleichgewicht: Besteht ein massives Gefälle, etwa durch starke Abhängigkeiten oder Mobbing, kann die schwächere Seite ihre Interessen nicht frei vertreten.

Wenn der Wille zur Lösung fehlt

Mediation basiert auf Freiwilligkeit und der Bereitschaft, die eigene Position für eine gemeinsame Lösung zu verlassen.

  • Fehlende Kooperationsbereitschaft: Wenn eine Seite nur gewinnen will oder den Konflikt instrumentalisieren möchte, um der Gegenseite zu schaden, wird das Verfahren scheitern.
  • Rechtliche Grundsatzfragen: Müssen Präzedenzfälle geschaffen oder komplexe Rechtsfragen verbindlich durch einen Richter geklärt werden, bietet die Mediation keine Rechtssicherheit.
  • Fristdruck: Wenn gesetzliche Fristen, wie bei Kündigungsschutzklagen, abzulaufen drohen, kann die Mediation diesen Zeitdruck oft nicht rechtzeitig auffangen.
  • Nicht verhandelbare Statusfragen: Fragen der Abstammung oder bestimmte gesetzliche Unterhaltsansprüche unterliegen Regeln, die nicht durch private Einigungen umgangen werden können.

Fazit: Den richtigen Weg für den individuellen Fall finden

Obwohl Mediation für viele Paare und Familien ein Segen ist, liegt die wahre Professionalität darin, zu erkennen, wann sie an ihre Grenzen stößt. Ein Verfahren macht nur dann Sinn, wenn beide Seiten bereit sind, eigenverantwortlich an einer Lösung zu arbeiten, statt nur den Sieg zu suchen. Wenn jedoch Gewalt, Machtmissbrauch oder starre Rechtsfronten den Raum einnehmen, ist der Schutz durch staatliche Gerichte die einzig verantwortungsvolle Alternative. In diesen Fällen ist es kein Scheitern, die Mediation abzulehnen, sondern eine notwendige Entscheidung für die eigene Sicherheit und Klarheit. Sollten die Grundvoraussetzungen jedoch gegeben sein, bleibt die Familienmediation der fairste Weg für alle Beteiligten.

Quellen

BAFM-Richtlinien Familienmediation – Ausschluss bei Gewalt und fehlender Eigenverantwortung

Europäisches Justizportal – Grenzen der Familienmediation bei Gewalt, Missbrauch, Sucht

Fachartikel zu Abbruchkriterien in der Familienmediation

Es grüßen herzlich aus Augsburg

Sören Peter und Jasmin Hirnich
Familienmediatoren . Wirtschaftsmediatoren

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